Xiaomi hat mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal die Erwartungen der Anleger verfehlt. Der Umsatz sank um 6,1 Prozent auf 16,1 Milliarden US-Dollar, der Reingewinn brach um 20,3 Prozent auf 1,4 Milliarden US-Dollar ein. Noch deutlicher fiel der Rückgang beim bereinigten Nettogewinn aus: Hier verzeichnete der chinesische Technologiekonzern ein Minus von 42,6 Prozent auf 920 Millionen US-Dollar.

Hauptgrund für den Ergebnisrückgang ist das schwächelnde Smartphone-Geschäft, das traditionell das Kerngeschäft von Xiaomi bildet. Der Umsatz mit Mobiltelefonen fiel um 7,5 Prozent auf 6,2 Milliarden US-Dollar. Weit stärker traf es die Stückzahlen: Die Auslieferungen brachen um 26 Prozent auf 31,2 Millionen Geräte ein.

Zugleich stieg der durchschnittliche Verkaufspreis der Smartphones um 26 Prozent im Jahresvergleich, was den Umsatzrückgang zumindest abfederte. Auch höhere Erlöse im IoT-Bereich trugen dazu bei, dass der Gesamtumsatz nicht noch stärker einbrach.

Elektroauto-Sparte wächst, bleibt aber defizitär

Einen Gegenpol zum schwächelnden Smartphone-Geschäft bildet die Smart-EV-Sparte. Hier legte der Umsatz um 17,1 Prozent auf 3,7 Milliarden US-Dollar zu, wovon 3,5 Milliarden US-Dollar direkt auf den Verkauf von Elektrofahrzeugen entfielen.

Das Wachstum hat allerdings seinen Preis: Operativ verbuchte die Sparte einen Verlust von 385 Millionen US-Dollar. Xiaomi investiert damit weiterhin kräftig in den Ausbau seines Automobilgeschäfts, ohne dass sich dies bislang in schwarzen Zahlen niederschlägt.

Auch bei der Profitabilität des Gesamtkonzerns zeigten sich Schwächen: Die Bruttomarge lag im zweiten Quartal bei 19,8 Prozent und blieb damit unter der Markterwartung von 20,4 Prozent. Für ein Unternehmen, das stark auf Volumenwachstum im Smartphone- und EV-Segment setzt, ist eine schrumpfende Marge ein Warnsignal, das Anleger im Blick behalten dürften.

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Analysten sehen keinen Anlass zur Kurskorrektur

Nach Vorlage der Quartalszahlen bestätigte das japanische Analysehaus Nomura Mitte August sein „Neutral“-Rating für die Aktie. Die Analysten begründeten den überraschend robusten Umsatz mit dem deutlichen Anstieg des durchschnittlichen Verkaufspreises bei Smartphones sowie den höheren IoT-Erlösen. Eine Änderung der Einschätzung oder des Kursziels ging damit nicht einher – die Bestätigung fiel als bloße Bekräftigung der bisherigen Haltung aus.

Kurs bleibt volatil, klarer Treiber für Freitagsplus fehlt

Der Aktienkurs zeigte sich zuletzt schwankungsanfällig. Am vergangenen Freitag legte das Papier um 2,4 Prozent zu und schloss bei 3,07 Euro – ein spezifischer Auslöser für diese Bewegung lässt sich aus der aktuellen Nachrichtenlage nicht ableiten.

Bereits in den Tagen zuvor hatte die Aktie kräftig ausgeschlagen: Nach einem Kursplus von 3,42 Prozent folgte ein Rücksetzer um 3,07 Prozent, dann wieder deutliche Gewinne. Über die vergangenen 30 Tage steht unter dem Strich dennoch ein Minus von 15 Prozent.

Die Gemengelage aus schwachem Kerngeschäft, wachsendem aber verlustreichem Autogeschäft und einer im Vergleich zur Erwartung schwächeren Marge dürfte Anleger vorerst in Wartestellung halten. Klarheit über die weitere Kursrichtung könnten erst neue operative Fortschritte im EV-Segment oder eine Stabilisierung im Smartphone-Geschäft bringen.

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Shin JohnYtv Market News
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