Der US-Einzelhandelsriese Walmart reagiert auf ein herausforderndes zweites Quartal mit einer groß angelegten Preisoffensive und einer Modernisierung seiner Zahlungssysteme.
Während das Unternehmen operativ bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen übertraf, belastete ein verhaltener Ausblick auf das laufende dritte Quartal zuletzt die Stimmung am Aktienmarkt. Um die Konsumlust der Kunden zu beleben, nutzt der Konzern nun eine milliardenschwere Rückzahlung aus US-Zöllen für gezielte Rabattaktionen.
Milliardenregen aus Zollrückerstattungen
Ein wesentlicher Faktor für die künftige Preisgestaltung ist eine außerordentliche Zahlung der US-Regierung. Aufgrund eines Gerichtsbeschlusses zur Rückerstattung von Zöllen, die unter dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) erhoben wurden, flossen Walmart rund 2,9 Milliarden US-Dollar zu. Das Management entschied, diese Mittel nicht primär zur Margensteigerung zu nutzen, sondern sie direkt in Preissenkungen zu investieren.
Medienberichten zufolge wurden bereits für mehr als 11.000 Artikel sogenannte „Rollbacks“ eingeführt, nachdem diese Zahl im ersten Quartal noch bei etwa 7.200 gelegen hatte.
Dieser Schritt wird von Marktbeobachtern als notwendige Reaktion gewertet, da die US-Vergleichsumsätze (Same-Store-Sales) ohne Treibstoff im zweiten Quartal lediglich um 2,6 Prozent zulegten – der schwächste Wert in diesem Segment seit dem Jahr 2020. Analysten des Hauses Mizuho bezeichneten die Entwicklung in diesem Kernbereich daher trotz des Gewinnwachstums als ein „Worst-Case-Szenario“.
Strategische Wende im Zahlungsverkehr
Parallel zur Preisoffensive bricht Walmart mit einer langjährigen Tradition: Ab dem morgigen Montag führt der Konzern Apple Pay sowie weitere kontaktlose Zahlungsmöglichkeiten in seinen US-Filialen ein. Bisher mussten Kunden für mobile Zahlungen ausschließlich die hauseigene Lösung Walmart Pay nutzen. Die Ausrollung soll bis zum Jahresende landesweit abgeschlossen sein, Tankstellen des Konzerns folgen bis Mitte 2026.
Zusätzlich verschärft das Unternehmen den Wettbewerb mit Online-Konkurrenten wie Amazon durch neue Eigenmarken. Wie das Wall Street Journal berichtet, wird die Modemarke „Scenario“ eingeführt, die das bisherige Label „Time and Tru“ in den Regalen ersetzen soll.
International treibt Walmart zudem das Wachstum der indischen Tochter Flipkart voran. Deren Dienst „Flipkart Minutes“ erzielt mittlerweile zwischen 1,1 und 1,2 Millionen Bestellungen pro Tag und nähert sich damit führenden Anbietern im indischen Schnell-Lieferdienst-Sektor an.
Analysten senken die Kursziele
Trotz eines starken E-Commerce-Wachstums von global 23 Prozent und gestiegener Werbeeinnahmen blicken Analysten vorsichtiger auf die kommenden Monate. Im zweiten Quartal stieg der Gesamtumsatz zwar um 5,9 Prozent auf 187,94 Milliarden US-Dollar, doch die Prognose für das dritte Quartal enttäuschte. Walmart erwartet einen Gewinn je Aktie zwischen 0,62 und 0,64 US-Dollar, während der Marktkonsens zuvor bei 0,68 US-Dollar gelegen hatte.
Diese Prognose führte zu einer Neubewertung durch führende Analysehäuser. Die Experten von Robert W. Baird senkten ihr Kursziel für das Papier von 140 auf 120 US-Dollar, behielten jedoch ihre „Outperform“-Einstufung bei. Auch die UBS korrigierte ihre Erwartungen nach unten und strich das Ziel von 141 auf 130 US-Dollar zusammen, blieb aber bei einer Kaufempfehlung.
Die Aktie spiegelt diese Verunsicherung deutlich wider. Mit einem Schlusskurs von 88,63 Euro verzeichnete der Wert innerhalb der letzten sieben Tage einen Rückgang von 11 Prozent. Damit notiert das Papier aktuell rund 10 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt und hat sich spürbar von seinen Jahreshöchstständen entfernt.
Neben den wirtschaftlichen Kennzahlen sorgen auch personelle Veränderungen für Gesprächsstoff: Laut Bloomberg wird die Kommunikationschefin Allyson Park das Unternehmen Anfang 2026 verlassen. Ein Nachfolger wird derzeit extern gesucht.
Anzeige
Walmart-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Walmart-Analyse vom 23. August liefert die Antwort:
Die neusten Walmart-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Walmart-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Walmart: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen…
Disclaimer…
Source link
