Der schwedische Technologiekonzern Hexagon AB steht vor einem massiven Buchgewinn. Durch den erfolgreichen Börsengang des chinesischen Spezialisten für humanoide Roboter, Unitree Technologies, am gestrigen Mittwoch erwartet das Unternehmen für das dritte Quartal 2026 einen nicht zahlungswirksamen Gewinn in Höhe von rund 500 Millionen Euro. Dieser resultiert aus der Neubewertung einer Minderheitsbeteiligung von knapp 1,2 Prozent an dem Pekinger Robotik-Unternehmen.

Kursexplosion in Shanghai treibt Bewertung

Unitree Technologies legte am Mittwoch ein spektakuläres Debüt am Shanghaier STAR Market hin. Medienberichten zufolge kletterte die Aktie des Herstellers humanoider Roboter zeitweise um bis zu 629 Prozent über ihren Ausgabepreis von 150,80 Yuan.

Die Nachfrage nach dem Papier war so hoch, dass die Zuteilungsrate auf ein Rekordtief sank. Hexagon ist bereits seit dem Jahr 2022 an Unitree beteiligt, wobei der Buchwert des Investments im letzten Jahresbericht noch mit lediglich 2,4 Millionen Euro ausgewiesen wurde.

Der durch den Börsengang entstandene Wertzuwachs soll als Sondereffekt im kommenden Quartalsbericht verbucht werden. Da die endgültige Höhe des Gewinns auf dem Schlusskurs von Unitree am 30. September 2026 basiert, handelt es sich bei der aktuellen Summe von 500 Millionen Euro um eine Schätzung auf Basis der jüngsten Kurse.

Für Anleger bedeutet dies zunächst eine deutliche Stärkung des Eigenkapitals, wobei die Mittel kurzfristig nicht abfließen können: Die von Hexagon gehaltenen Aktien unterliegen einer Haltefrist von zwölf Monaten.

Finanzvorstand nutzt Kursniveau für Zukäufe

Parallel zur Wertsteigerung der Roboter-Beteiligung setzt die Konzernspitze ein deutliches Zeichen des Vertrauens in die eigene Aktie. Enrique Patrickson, CFO von Hexagon, erwarb am Dienstag über die Nasdaq Stockholm insgesamt 12.500 B-Aktien des Unternehmens.

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Die Transaktion erfolgte zu einem Kurs von 94,85 SEK pro Stück, was einem Gesamtwert von etwa 1,2 Millionen SEK entspricht. Laut Insiderregistern der schwedischen Finanzaufsicht hatte Patrickson seinen Bestand damit weiter aufgestockt.

Auch im operativen Geschäft vermeldet der Konzern Fortschritte bei der Digitalisierung von Infrastruktur. Die staatliche indische Eisenbahngesellschaft Indian Railways hat vier Systeme zur Radprofilmessung des Typs CALIPRI X bestellt. Es ist die erste Installation dieser speziellen Messtechnik in Indien, wobei mehr als die Hälfte der Komponenten vor Ort gefertigt werden soll.

Zusätzlich treibt Hexagon seine eigene Robotik-Sparte voran und trainiert aktuell gemeinsam mit dem Automobilzulieferer Schaeffler humanoide Roboter für den Einsatz in Fabriken.

Aktie setzt sich von Jahrestief ab

An der Börse reagierten die Marktteilnehmer positiv auf die Nachrichtenlage rund um den Unitree-Gewinn. Die Hexagon-Aktie schloss am Mittwoch bei 8,93 Euro und verzeichnete damit ein Plus von 3,8 Prozent. Analysten bewerten das Papier derzeit im Konsens mit „Hold“, wobei Kursziele im Bereich von 100 SEK genannt werden, was das Potenzial einer weiteren Erholung unterstreicht.

Trotz der jüngsten Kursgewinne weist die Bilanz für das laufende Jahr noch Nachholbedarf auf. Seit Jahresbeginn notiert der Wert mit 12 Prozent im Minus. Mit dem gestrigen Schlusskurs konnte das Papier jedoch die psychologisch wichtige Marke des 200-Tage-Durchschnitts von 8,96 Euro fast wieder erreichen und liegt nun rund 26 Prozent über dem im Juli markierten 52-Wochen-Tief.

In dem herausfordernden Marktumfeld für Technologieaktien, das zuletzt durch Verkäufe im Halbleitersektor geprägt war, konnte sich Hexagon durch die spezifischen Nachrichten zur Beteiligungsbewertung weitgehend entziehen.


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