Bill.com hat seine Kosten fest im Griff — und die Anleger honorieren es. Nach der Vorlage der Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 zog die Aktie im nachbörslichen Handel um über drei Prozent an. Der Grund liegt weniger im Umsatzwachstum als in der Profitabilität, die deutlich stärker ausfiel als von der Wall Street erwartet.

Deutliches Margenwachstum treibt den Kurs

Der Umsatz kletterte im vierten Quartal um 14 Prozent auf 436,2 Millionen Dollar, die Kernerlöse aus Abonnements und Transaktionsgebühren wuchsen sogar um 16 Prozent auf 400,5 Millionen Dollar.

Entscheidender für die Kursreaktion war jedoch der Sprung beim bereinigten operativen Ergebnis: Es legte um 80 Prozent auf 101,6 Millionen Dollar zu. Der bereinigte Gewinn je Aktie von 84 Cent übertraf die Konsensschätzung von rund 70 Cent deutlich.

Auf GAAP-Basis blieb unter dem Strich allerdings ein Nettoverlust von 18,5 Millionen Dollar stehen, nach einem Verlust von 7,1 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.

Der Unterschied zwischen bereinigten und ausgewiesenen Zahlen zeigt, wie stark aktienbasierte Vergütungen und Restrukturierungseffekte weiterhin auf das GAAP-Ergebnis drücken. Für das Gesamtjahr 2026 stieg der Umsatz um 13 Prozent auf 1,65 Milliarden Dollar, während das bereinigte operative Ergebnis um 35 Prozent zulegte.

Bill.com kündigte zudem ein Aktienrückkaufprogramm über rund 300 Millionen Dollar an und erwarb im vierten Quartal bereits 8,4 Millionen eigene Aktien. Die Zahl der aktiven Kunden sank leicht auf 479.300 Unternehmen, während das verarbeitete Zahlungsvolumen im Quartal um 14 Prozent auf 98 Milliarden Dollar zunahm.

Vorsichtiger Ausblick auf 2027

Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet das Management mit einem Umsatz zwischen 1,81 und 1,86 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 9 bis 12 Prozent entspräche — ein spürbar langsameres Tempo als zuletzt. Beim bereinigten Gewinn je Aktie peilt Bill.com dagegen 3,56 bis 3,79 Dollar an, oberhalb der bisherigen Analystenschätzung von etwa 3,38 Dollar.

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CFO Rohini Jain räumte ein gewisses Maß an Vorsicht in der Prognose ein. BTIG-Analyst Andrew Harte wertete den Ausblick bei den Kernerlösen entsprechend als konservativ gesetzt und sieht dadurch Spielraum für positive Überraschungen im Jahresverlauf — auch wenn er einräumte, dass Gewinnüberraschungen künftig schwerer zu erzielen sein dürften, sobald die Effekte aus der vorangegangenen Reorganisation ausgelaufen sind.

Ab dem Quartalsbericht für September plant Bill.com außerdem eine Änderung der Bilanzierung: Prämienkosten sollen künftig direkt von den Kern- und Gesamterlösen abgezogen werden, statt sie als Vertriebs- und Marketingaufwand auszuweisen. Das Unternehmen begründet den Schritt mit einer besseren Abbildung der Wirtschaftlichkeit seines Spend-and-Expense-Angebots und einer Angleichung an die Branchenpraxis.

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