Autodesk hat im zweiten Geschäftsquartal die Erwartungen klar übertroffen. Der Gewinn stieg auf 492 Millionen Dollar beziehungsweise 2,33 Dollar je Aktie, nach 313 Millionen Dollar und 1,46 Dollar im Vorjahresquartal. Bereinigt um Sondereffekte lag das Ergebnis sogar bei 3,30 Dollar je Aktie und damit über den im Vorfeld erwarteten 3,12 Dollar.

Der Umsatz kletterte um 16,1 Prozent auf 2,046 Milliarden Dollar. Damit übertraf Autodesk sowohl die eigenen Vorquartalswerte als auch die Konsensschätzungen von Analysten, die von rund 2,01 Milliarden Dollar ausgegangen waren.

Ausblick angehoben

Für das laufende Quartal stellt Autodesk einen Gewinn zwischen 3,04 und 3,09 Dollar je Aktie in Aussicht, bei einem Umsatz von 2,125 bis 2,140 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem Gewinn zwischen 12,52 und 12,60 Dollar je Aktie sowie Erlösen von 8,295 bis 8,345 Milliarden Dollar.

Damit fällt der Ausblick optimistischer aus, als es viele Analysten angesichts der laufenden MaintainX-Integration erwartet hatten. Die Anfang August abgeschlossene Übernahme des Betriebssoftware-Anbieters für 3,6 Milliarden Dollar in bar gilt als größter Zukauf der Firmengeschichte — und sollte laut Einschätzungen vor den Zahlen das Ergebnis im laufenden Jahr um etwa ein Prozent belasten. Dass Autodesk trotzdem die Prognose anhebt, deutet darauf hin, dass das operative Geschäft die Integrationskosten mehr als ausgleicht.

AI-Wette zahlt sich aus

Die Zahlen reihen sich in eine Woche ein, in der mehrere Softwarekonzerne nachweisen konnten, dass sich Investitionen in künstliche Intelligenz tatsächlich in Umsatz übersetzen. Autodesk selbst treibt mit der Plattform Forma ein KI-natives Angebot für Architektur, Ingenieurwesen und Bauwesen voran. CEO Andrew Anagnost betont dabei die firmeneigenen Design- und Baudaten als Wettbewerbsvorteil gegenüber generischen KI-Anbietern.

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Unsicherheit bleibt bei der Baukonjunktur, einem wichtigen Wachstumstreiber für das Unternehmen. Der Architectural Billings Index signalisierte zuletzt eine Kontraktion, wobei Beobachter einräumen, dass ein einzelner Indikator bei einem Konzern dieser Größenordnung nur begrenzte Aussagekraft besitzt.

Parallel dazu stellt Autodesk sein Vertriebsmodell um: Transaktionen laufen künftig verstärkt über Direktabrechnung mit Endkunden statt über Händler, während Channel-Partner in eine beratende Rolle wechseln — ein Umbau, der laut vorab kursierenden Rückmeldungen bislang eher gemischt, aber nicht alarmierend aufgenommen wird.

Mit dem heutigen Zahlenwerk hat Autodesk gezeigt, dass MaintainX-Integration und Vertriebsumbau das Wachstum bislang nicht ausbremsen. Ob sich diese Dynamik im nächsten Quartal fortsetzt, dürfte sich vor allem an der Entwicklung der Baubranche und am Fortschritt der Direktvertriebsumstellung entscheiden.

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Shin John
Shin JohnYtv Market News
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