Zwei große Phase-3-Studien, ein klares Ergebnis: Arrowhead Pharmaceuticals hat auf dem Kongress der European Society of Cardiology in München Daten vorgestellt, die dem Wirkstoff plozasiran eine ungewöhnlich konsistente Wirkung bescheinigen. Für Patienten mit schwerer Hypertriglyceridämie könnte das mehr bedeuten als eine reine Laborwert-Verbesserung.
Die Studien SHASTA-3 und SHASTA-4 erreichten ihre primären und sämtliche sekundären Endpunkte. Bei insgesamt 757 Teilnehmern senkte plozasiran die Triglyceridwerte nach zwölf Monaten um 79 beziehungsweise 81 Prozent gegenüber Placebo.
Mehr als 90 Prozent der behandelten Patienten erreichten Werte unter der kritischen Marke von 500 Milligramm pro Deziliter, unter Placebo schafften das nur etwa die Hälfte.
Weniger akute Pankreatitis-Fälle
Entscheidender als die reinen Blutwerte dürfte für Ärzte und Patienten die Wirkung auf akute Pankreatitis sein – eine der gefährlichsten Komplikationen der Erkrankung. In der gepoolten Analyse senkte plozasiran die Ereignisrate um 78 Prozent gegenüber Placebo. Bei Patienten mit besonders hohem Risiko, also Werten über 880 Milligramm pro Deziliter und vorheriger Pankreatitis-Historie, sank die Ereignisrate sogar um 91 Prozent.
Beim Sicherheitsprofil zeigte sich kein auffälliger Unterschied zur Placebo-Gruppe: Behandlungsbedingte Nebenwirkungen traten bei 73 Prozent der Patienten in beiden Armen auf, schwere Nebenwirkungen sogar seltener unter plozasiran. Drei Todesfälle während der Studien wurden auf bestehende Herz- beziehungsweise Bluterkrankungen zurückgeführt und als nicht behandlungsbezogen eingestuft.
Zulassungsantrag bis Jahresende geplant
Arrowhead will die Daten aus SHASTA-3, SHASTA-4 und der zusätzlichen MUIR-3-Studie nutzen, um die Zulassung für die breitere Patientengruppe mit schwerer Hypertriglyceridämie voranzutreiben. Geplant ist ein ergänzender Zulassungsantrag bei der US-Arzneimittelbehörde FDA noch vor Ende 2026. Für die beschleunigte Prüfung will das Unternehmen einen Anfang August erworbenen Priority Review Voucher einsetzen.
Der Wirkstoff ist unter dem Namen REDEMPLO bereits für eine seltenere, genetisch bedingte Form der Erkrankung zugelassen – in den USA, Kanada, China, Australien und der Europäischen Union. Die neuen Daten zielen nun auf eine deutlich größere Patientengruppe ab. Am 31. August will das Management die Ergebnisse in einer Telefonkonferenz im Detail erläutern.
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