Airbus rudert bei der Rückkehr ins Büro zurück. Der Flugzeughersteller erlaubt Büroangestellten künftig im Schnitt zwei Homeoffice-Tage pro Woche, statt wie ursprünglich geplant nur einen Tag im Homeoffice zuzulassen. Das berichtet Reuters. Vorausgegangen waren Streiks in Spanien sowie Proteste in Frankreich und Großbritannien gegen die verschärfte Präsenzpflicht.

Die Kehrtwende zeigt, wie stark der Widerstand der Belegschaft in mehreren Kernländern des Konzerns ausgefallen sein muss. Airbus beschäftigt Zehntausende Büromitarbeiter in Toulouse, Hamburg, Madrid und Bristol – Standorte, die für die Produktionsplanung, Entwicklung und Verwaltung zentral sind. Ein anhaltender Konflikt um Arbeitsbedingungen hätte das Potenzial gehabt, die ohnehin ambitionierten Fertigungsziele zu gefährden.

Produktion läuft parallel auf Hochtouren

Während die interne Personalpolitik für Unruhe sorgte, kam operativ Positives aus Toulouse: Dort rollte die erste A350F-Testmaschine mit einer “Flying Parcel”-Lackierung aus der Endmontage. Der Erstflug des Frachtflugzeugs ist für Ende September angepeilt, bevorzugter Zieltermin ist der 24. September. Der reguläre Markteintritt soll in der zweiten Hälfte 2027 nach einer Flugtesterprobung von zwölf bis fünfzehn Monaten folgen.

Auch beim A220 baut Airbus weiter aus: In Belfast hat der Konzern mit der Erweiterung der Flügelfertigung um rund 6.221 Quadratmeter begonnen. Ziel ist eine Produktionsrate von 13 Maschinen pro Monat bis 2028. Solche Investitionen unterstreichen, dass der Konzern trotz des Streits um Homeoffice-Regeln an seinen langfristigen Wachstumsplänen festhält.

Kurs unter Druck trotz operativer Fortschritte

An der Börse zeigt sich das Papier davon zuletzt unbeeindruckt in die eine wie die andere Richtung. Die Aktie notiert bei 203,55 Euro und büßte im Tagesverlauf 0,4 Prozent ein.

Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 5,7 Prozent zu Buche, der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 221,25 Euro aus dem Januar beträgt 8,0 Prozent. Gleichzeitig liegt der Kurs weiterhin rund 32 Prozent über dem 52-Wochen-Tief vom März, was die grundsätzliche Erholung seit dem Frühjahr belegt.

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Die operative Dynamik bleibt intakt: Im ersten Halbjahr 2026 lieferte Airbus 351 Verkehrsflugzeuge aus und erzielte einen Umsatz von 33,2 Milliarden Euro, ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die Julidaten zeigten zusätzlich 67 Auslieferungen und 204 Bruttobestellungen, womit der Auftragseingang seit Jahresbeginn auf 1.090 Flugzeuge kletterte.

Auftragslage bleibt robust

Auch im Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft tut sich einiges: Airbus Defence and Space wurde vom spanischen Betreiber Hisdesat als Hauptauftragnehmer für das Satellitenprogramm SpainSat NG-III benannt, während Airbus Helicopters den ersten NH90-Transporthubschrauber der Standard-2-Version an die französische Rüstungsbehörde auslieferte.

Auf der zivilen Seite bahnt sich zudem ein weiterer Kundengewinn an: Biman Bangladesh Airlines bereitet eine Festbestellung über zehn Maschinen vor – vier A350-900 und sechs A321neo. Für die Fluggesellschaft, die jahrzehntelang exklusiv auf Boeing setzte, wäre dies der erste Schritt zu einer gemischten Flotte. Die Entscheidung soll bis Ende August fallen.

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