Das Immobilienunternehmen Aroundtown hat am Freitag sein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 250 Millionen Euro abgeschlossen. Die Beendigung der Kapitalmaßnahme erfolgte zeitnah zur Vorlage der Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026, in denen der Konzern eine solide operative Entwicklung bei gleichzeitig steigenden Finanzierungskosten auswies. Trotz der Belastungen durch das Zinsumfeld hielt die Gesellschaft an ihrer Prognose für das laufende Geschäftsjahr fest.
Abschluss des 250-Millionen-Euro-Programms
Im Rahmen des nun beendeten Programms erwarb Aroundtown insgesamt 98.440.122 eigene Anteilscheine zurück. Ohne Erwerbsnebenkosten wendete das Unternehmen dafür die veranschlagten 250 Millionen Euro auf.
Wie aus einer Mitteilung zu den Kapitalmarktinformationen hervorgeht, wurden allein in der letzten Handelswoche zwischen dem vergangenen Montag und Freitag 75.549 Aktien erworben. Der volumengewichtete Durchschnittspreis dieser finalen Tranche belief sich auf 2,038 Euro pro Aktie.
An der Börse markierte das Papier am Freitag ein neues 52-Wochen-Tief bei 1,98 Euro, bevor es sich leicht erholen konnte. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie bei 2,00 Euro und liegt damit nur noch etwa 1,1 Prozent über diesem Jahrestiefstand. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust des Titels damit auf minus 25 Prozent.
Halbjahreszahlen von steigenden Finanzierungskosten geprägt
Bereits am Mittwoch hatte Aroundtown detaillierte Einblicke in die Bilanz des ersten Halbjahres gewährt. Die Nettomieteinnahmen beliefen sich in den ersten sechs Monaten des Jahres auf 591 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA erreichte einen Wert von 500 Millionen Euro. Medienberichten zufolge stützten insbesondere die stabilen operativen Geschäfte sowie der erhöhte Anteil an der Tochtergesellschaft Grand City Properties (GCP) das Ergebnis.
Allerdings hinterließ das gestiegene Zinsniveau deutliche Spuren in der Erfolgsrechnung. Die Kennzahl Funds from Operations (FFO I), die im Immobiliensektor als Maßstab für die operative Ertragskraft gilt, sank von 150 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nun 144 Millionen Euro.
Das Unternehmen begründete diesen Rückgang primär mit den höheren Finanzierungskosten. Zudem belasteten niedrigere Immobilienbewertungen das Gesamtergebnis, was die stabilen Umsatzerlöse teilweise kompensierte.
Analysten und Ausblick für das Gesamtjahr
Trotz der Herausforderungen im ersten Halbjahr bestätigte die Konzernleitung die Ziele für das Gesamtjahr 2026. Für den FFO I wird weiterhin eine Spanne zwischen 275 Millionen und 305 Millionen Euro angestrebt. Die Aktionäre sollen zudem eine Dividende zwischen 0,12 Euro und 0,135 Euro je Aktie erhalten.
Die Analysten reagierten am Mittwoch mit unterschiedlichen Einschätzungen auf das Zahlenwerk. Das Analysehaus Jefferies believ es bei einer Verkaufsempfehlung (“Sell”) mit einem Kursziel von 2,00 Euro. Die Experten von Berenberg zeigten sich optimistischer und bestätigten ihre Einstufung auf “Hold” mit einem deutlich höheren Kursziel von 4,00 Euro.
Während einige Marktbeobachter die Stabilität des Portfolios lobten, verwiesen andere auf das anhaltende Risiko durch die Refinanzierungskosten in einem volatilen Marktumfeld. Warburg Research bekräftigte im Anschluss an die Veröffentlichung der Halbjahresdaten seine Kaufempfehlung für den Wert.
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