Moderna bleibt auch am Wochenende nach dem größten Kurssprung seiner Geschichte das dominierende Thema unter Biotech-Anlegern. Auslöser war die Meldung vom Mittwoch, dass die kombinierte Phase-3-Studie INTerpath-001 mit dem personalisierten Krebsimpfstoff Intismeran autogene und Merck-Präparat Keytruda ihre Hauptziele erreicht hat. Reuters berichtete, die Aktie sei intraday um bis zu 160 Prozent nach oben geschossen, wodurch rund 30 Milliarden Dollar an Marktwert entstanden.
Positive Phase-3-Daten bei Melanom
Moderna und Merck teilten mit, die Studie mit mehr als 1.100 Melanom-Patienten im Stadium IIB bis IV nach vollständiger Tumorentfernung habe sowohl das rezidivfreie Überleben als auch das Ziel der metastasenfreien Überlebenszeit erreicht.
Laut Merck zeigte die Kombination statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Verbesserungen gegenüber einer alleinigen Keytruda-Behandlung. Beide Unternehmen kündigten an, die Daten auf einem internationalen Fachkongress zu präsentieren und mit Zulassungsbehörden über mögliche Einreichungen zu sprechen.
Reuters ordnete den Durchbruch als möglichen Wegbereiter für eine breitere Krebsimpfstoff-Therapie ein. Die Kombination aus Intismeran und Keytruda wird demnach bereits bei weiteren Tumorarten untersucht, darunter Blasen-, Nieren-, Bauchspeicheldrüsen- und Magenkrebs. Das würde das adressierbare Marktpotenzial für Moderna deutlich über die Onkologie-Nische beim Melanom hinaus erweitern.
Ernüchterung folgt der Euphorie
Der Rausch der ersten Handelsstunden ließ rasch nach. Bereits am Donnerstag setzte laut Marktberichten eine Gewinnmitnahme-Welle ein, begleitet von Bedenken zur Bewertung nach dem historischen Sprung – ausgelöst durch dieselbe Melanom-Meldung vom Vortag, nicht durch neue Unternehmensnachrichten.
Reuters wies zudem darauf hin, dass die Auswertung des Gesamtüberlebens in der Studie noch aussteht und die Herstellung personalisierter Impfstoffe im großen Maßstab teuer und komplex werden könnte – ein Vorbehalt, den Anleger bei der weiteren Einordnung der Daten im Blick behalten sollten.
Aktuell notiert die Aktie bei 123,92 Euro und büßte am Freitag trotz der Rally im Wochenverlauf 8,6 Prozent ein. Auf Sicht von sieben Handelstagen steht dennoch ein Plus von 127 Prozent zu Buche, über 30 Tage sind es 143 Prozent.
Der Titel notiert damit 17 Prozent unter seinem am 19. August markierten 52-Wochen-Hoch von 149,62 Euro – ein Abstand, der die Heftigkeit der Korrektur nach dem Rekordausschlag relativiert, ohne die grundsätzliche Kursdynamik infrage zu stellen.
Ausblick: Zulassung und Skalierung als nächste Prüfsteine
Ein Rückblick auf die jüngste Quartalsmitteilung zeigte laut einem republizierten Bericht der Investorenkommunikation von Moderna vor allem Kostensenkungen und Pipeline-Meilensteine als Schwerpunkte – ein Kontext, der die aktuelle Onkologie-Story flankiert, aber keine eigenständige neue Unternehmensnachricht darstellt.
Für die kommenden Wochen richtet sich der Blick der Anleger auf die für einen internationalen Fachkongress angekündigte Datenpräsentation sowie auf erste Signale aus den Gesprächen mit Zulassungsbehörden. Bis dahin dürfte die extrem hohe Kursschwankung, die sich in der annualisierten 30-Tage-Volatilität von 516 Prozent widerspiegelt, das Bild bei Moderna prägen.
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