Zoom Video Communications bereitet sich auf die Vorlage seiner Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor, die am Dienstag nach US-Börsenschluss erwartet werden. Analysten prognostizieren für diesen Zeitraum einen Umsatz in der Spanne von 1,265 bis 1,270 Milliarden US-Dollar. Dies würde einem Zuwachs von etwa 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entsprechen.
Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial
Gestern startete die Bank of America die Abdeckung für das Unternehmen mit einer Kaufempfehlung. Analyst Tal Liani sieht das Kursziel bei 130 US-Dollar und begründet diesen Optimismus unter anderem mit einer Entspannung bei den Sorgen rund um die Konkurrenz durch künstliche Intelligenz. Auch das Analysehaus Rosenblatt Securities bekräftigte am Freitag sein „Buy“-Rating mit einem identischen Ziel von 130 US-Dollar.
Neben diesen beiden Häusern bewerten auch weitere Experten das Papier positiv; so liegen beispielsweise die Kursziele von RBC und Needham ebenfalls bei 130 US-Dollar. Der Konsens an der Wall Street wird derzeit als „Moderate Buy“ eingestuft, wobei das durchschnittliche Kursziel bei rund 111,64 US-Dollar liegt. Damit trauen die Fachleute der Aktie nach ihrem jüngsten Schlusskurs von 92,39 Euro eine Fortsetzung der Erholung zu.
KI-Integration als strategischer Wachstumstreiber
Ein zentraler Pfeiler für die künftige Entwicklung bleibt das Enterprise-Segment, für das ein Wachstum von 7,2 Prozent im Jahresvergleich erwartet wird. Besonders im Fokus steht dabei die Akzeptanz des „AI Companion“, dessen Nutzung zuletzt um 184 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen konnte.
Zudem profitiert Zoom von strategischen Beteiligungen; so hält das Unternehmen einen Anteil am KI-Spezialisten Anthropic, der intern mit über 1,5 Milliarden US-Dollar bewertet wird.
Trotz der positiven Analystenstimmen gab es zuletzt Verkäufe aus dem Führungskreis. CEO Eric Yuan veräußerte am 5. August 12.100 Aktien seines Bestandes. Auch CFO Michelle Chang trennte sich bereits im Juli von einem Teil ihrer Anteile. Insgesamt summieren sich die Insiderverkäufe in den letzten drei Monaten auf ein Volumen von rund 13,5 Millionen US-Dollar.
Starke Kursentwicklung und neue Sicherheitsaspekte
An der Börse konnte sich der Wert zuletzt deutlich festigen. In den vergangenen 30 Tagen verzeichnete die Aktie einen Wertzuwachs von 23 Prozent. Damit rückt das 52-Wochen-Hoch von 98,21 Euro wieder in greifbare Nähe, wobei der aktuelle Kurs nur noch knapp sechs Prozent unter dieser Marke notiert. Das Unternehmen profitiert dabei von einer stabilen operativen Basis und einer im Branchenvergleich äußerst niedrigen Verschuldung.
Parallel zur finanziellen Entwicklung rücken technologische Sicherheitsfragen in den Vordergrund, nachdem Betrüger in Singapur KI-generierte Deepfakes von Premierminister Wong für manipulierte Video-Calls nutzten.
Zoom begegnet solchen Herausforderungen durch die Erweiterung seines App-Ökosystems. So analysiert die neue Integration Canary Ambient künftig in Echtzeit über 2.500 Stimmmerkmale, um die Effizienz und Sicherheit in der Telemedizin zu erhöhen.
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